Der hier vorliegende Text beinhaltet die Ergebnisse
der Arbeitsgruppe Ethik. Dieter Graf Landsberg-Velen,
Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V.
(FN)
„Die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes”
1. Wer auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anver-
traute Lebewesen.
2. Die Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen angepasst sein.
3. Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.
4. Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, un-
abhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht
sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.
5. Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um
seine Bedürfnisse sowie die Kenntnisse im Umgang
mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Die-
se gilt es zu wahren und zu vermitteln und nach-
folgenden Generationen zu überliefern.
6. Der Umgang mit dem Pferd hat eine persönlich-
keitsprägende Bedeutung gerade für junge Men-
schen. Diese Bedeutung ist stets zu beachten und
zu fördern.
7. Der Mensch, der gemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat sich und das ihm anvertraute Pferd
einer Ausbildung zu unterziehen. Ziel jeder Aus-
bildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen
Mensch und Pferd.
8. Die Nutzung des Pferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen Reit-, Fahr- und Voltigiersport muss
sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsver-
mögen und seiner Leistungsbereitschaft orientie-
ren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens
durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.
9. Die Verantwortung des Menschen für das ihm an-
vertraute Pferd erstreckt sich auch auf das Lebens-
ende des Pferdes. Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des Pferdes gerecht werden. |